Christlich-islamischer Dialog
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Georges-Anawati-Stiftung

Ihr zehnjähriges Jubiläum feierte im Oktober letzten Jahres die in Brühl bei Köln ansässige Georges-Anawati-Stiftung.  Im Jahr 2000 von Dietger Freiherr von Fürstenberg gegründet hat es sich die nach dem ägyptischen Dominikaner Georges Anawati (1905-1994) benannte Stiftung zur Aufgabe gemacht, durch die Begegnung von Menschen christlicher und muslimischer Tradition einen Beitrag zur Verständigung beider Religionen zu leisten. Sie steht damit in der Tradition ihres Namensgebers, der als Theologe und Islamwissenschaftler lange Jahre das Institute Dominicain d’Etudes Orientales in Kairo leitete und den christlich-islamischen Dialog in Ägypten maßgeblich prägte. Die Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils „Nostra Aetate“, die sich mit dem Verhältnis der Katholischen Kirche zu den nicht-christlichen Religionen beschäftigt, spiegelt seinen enormen Einfluss auf die katholische Theologie wider.

In den vergangenen zehn Jahren hat die George-Anawati-Stiftung über 50 Projekte mit Beiträgen bis zu 3000 Euro gefördert, darunter z.B. die Förderung der muslimischen Notfallseelsorge. Außerdem unterstützt die Stiftung Studierende aus islamisch geprägten Ländern mit einem jährlichen Stipendium von 2500 Euro (in Kooperation mit dem Katholischen Akademischen Ausländerdienst, KAAD).

Neben Fachtagungen und Seminaren, die sich mit dialogrelevanten Themen befassen, unterstützt die George-Anawati-Stiftung den wissenschaftlichen Diskurs durch ihre Buch- und Schriftenreihe, in der Beiträge zum christlich-islamischen Dialog und zeitgenössische muslimische Denker ein Forum bekommen. In den letzten Jahren kamen so unter anderem Vertreter der Ankaraner Schule und iranische Theologen zu Wort, von denen bisher wenig in deutscher Sprache erschienen ist. Erschienen sind die Bände der Buch- und Schriftenreihe im Herder-Verlag.

Weitere Informationen zu George Anawati und zur George-Anawati-Stiftung sind auf der Internetseite der Stiftung zu finden: www.anawati-stiftung.de